Empathie – Mitleid – Mitgefühl

Mitleiden, mitfühlen, empathisch handeln: Drei eigentlich verschiedene Optionen, die doch sehr oft in einen Topf miteinander geworfen werden.

Empathie ist die Basis für die zwei folgenden Unterscheidungen: die Fähigkeit – aber auch die grundsätzliche Bereitschaft -, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Empathie ist die proaktive Herangehensweise, mit dem Gegenüber auf einer Ebene mitzuschwingen und dessen Situation verstehen oder erfühlen zu wollen, aber auch zu können.
Einfühlungsvermögen ist wichtig – gerade in der immer hektischer, technologischer und distanzierter werdenden Welt von heute braucht es ein bewusstes Verständnis für die Mitmenschen. Empathie kann aber auch zu viel werden und zum Burn-Out führen – z.B. bei MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen auf der Onkologie.

Mitleid ist durch und durch mit negativen Emotionen besetzt. Mit einer Person mitzuleiden bedeutet, sich mit ihren Schmerzen zu verbinden, sich selbst in dieselbe Situation zu versetzen und die Gefühle 1:1 zu übernehmen. Oder man stellt sich über den anderen, wenn auch unbewusst, bewertet die Situation und befindet sie für bedauernswert. Mitleid hilft nicht – es schafft keinen positiven Horizont, weder für sich selbst, noch für den anderen.

Mitgefühl ist objektiver und ehrlicher: Die Situation des anderen wird nicht von oben herab bewertet, sondern neutral analysiert. Der Fokus liegt weniger darauf, den anderen für bedauernswert zu erachten, sondern vielmehr darauf, auf gleicher Augenhöhe Anteil zu nehmen, sich einzufühlen ohne selbst zu leiden, Verständnis zu zeigen, ohne dabei in die negative Emotionsskala abzudriften. Die Situation zu ändern, die Lage zu verbessern und das Leid zu lindern stehen im Vordergrund – das bringt Zuversicht und schafft Hoffnung.

Und das kann gelernt und geübt werden, z.B. mit einem bewussterem Blick durch und auf das Leben, mit Selbsteinfühlung (Meditation), Selbstreflexion und gewollter Unvoreingenommenheit anderen gegenüber. Mehr Achtsamkeit, weniger schnelle Vorurteile sowie aktives Zuhören im Alltag sind wichtig. Das ist ein stetiger Lernprozess – aber wenn der Wille da ist, kann es kaum schiefgehen.

Mitgefühl ist wohlwollend, hilfsbereit und wertschätzend – es verbindet, schafft Vertrauen und fördert altruistische Handlungen. Wir brauchen mehr ehrliches, bemühtes Mitgefühl in der Welt.


Ich freue mich natürlich, wenn ihr mir eure Meinung bzw. eure persönliche Definition der drei Begriffe mitteilt, vor allem, falls diese von meiner abweicht!

Notizen eines fühlenden Wesens zum System

Früher hat sich mein Begehren auf kapitalistischen Konsum und die westliche Welt gerichtet. Ich nahm Geld für das Maß von Erfolg an und wollte Länder wie die USA bereisen.

Inzwischen bin ich zumeist nur noch erschöpft von der Hektik und der Unpersönlichkeit unserer hiesigen Zivilisation und möchte die noch viel ärgere Variante am nordamerikanischen Kontinent lieber ausblenden.

Meine Sehnsucht ist gen Osten gewandert: Tibet und Bhutan, das sind die Destinationen, an die es mein Herz zieht. Genug habe ich von den vermeintlich fortgeschrittenen Ländern, wo der Kapitalismus seine Sklaven treibt.

Von der „Hektomatik-Welt“ hat schon die Band STS 1985 gesungen. Aber wie viel schlimmer ist es nicht seit damals geworden…? Die Welt strotzt nur so vor Reizüberflutung und die Menschen in ihr sind gefangen. Im Kreislauf des täglichen Überlebens, ohne Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, voll einer Illusion, die gehegt und gepflegt wird durch Konzerne und dem Drang nach Bestätigung.

Dass unser Lauf der Dinge nicht gut ausgehen kann, das sieht man aber nicht zuletzt auch an den Auswirkungen unseres Lebenswandels auf den Heimatplaneten, die wenigstens jüngst etwas mehr mediale Aufmerksamkeit erlangen. Dass damit unser Überleben gefährdet ist, das leuchtet allerdings noch immer nur ein paar wenigen ein.

Wir bräuchten eine massive Entschleunigung unserer Gesellschaft, Psychotherapie für alle sowie eine kollektive Entwöhnungskur – einen Entzug – vom Drang nach Markenkauf, Facebook und ähnlichem. Wir müssen aus der Bequemlichkeit hinauskommen, müssen uns vegetarischer ernähren und sollten Solidarität, Ethik und Mitgefühl in verpflichtenden Kursen wiedererlernen. Zurückschrauben und Zeit mit unseren Lieben verbringen, das Handy weglegen und die Natur genießen.